Beschreibung der Anlage

Der Besucher betritt die Anlage heute durch den Stollen-Eingang links. Die Hauptetage erreicht man über eine dreiteilige, abgewinkelte Treppe, die eine Höhendifferenz von rund 10 m überwindet. Auf der Hauptetage mündet der Zugangstollen in den 317.58 m langen, geraden Hauptstollen, an den die Beobachtungsstände über ihre jeweiligen Nebenstollen angeschlossen sind.

Beobachtungsstände A bis D
Die vier Doppel-Beobachtungsstände A bis D sind über die ganze Länge des Felsbandes des Hondrichhügels verteilt und haben zwei getrennte Beobachtungs-räume, mit je einer Scharte .

Telefon-Zentrale
Anfänglich liefen die schiesstechnischen Verbindungen der Festungsartillerie über die Werkzentrale, was oft zur irrtümlichen Trennung von Dauerverbindungen zu den Beobachtern führte und nach einer Entflechtung rief. Mit der Artillerie-Verbindungs-zentrale Philips P66/90 wurde das Problem behoben.

Funkübermittlung
Für die Kommandoübertragung müssen grundsätzlich mehrere Übertragungsmittel bereitgestellt werden, damit im Falle des Versagens einer Verbindung sofort auf ein anderes Mittel gewechselt werden kann. Aus diesem Grunde verfügte der KP Heinrich, neben den Telefonverbindungen auch über Funkverbindungen, aus den Funkkabinen.

Die Eingangs- und Nahverteidigung
Der Eingangsstollen wird frontal durch eine Lmg-Scharte der Innenverteidigung abgedeckt und der Zugang vor die Türen wird durch zwei Nahverteidigungsstellungen, die von aussen mit einem wegklappbaren Gittergeflecht (betonbespritzt) getarnt sind. Als Waffen wurden das „Leichte Maschinengewehr“ und später das „Sturmgewehr 57 eingesetzt“.

Maschinenraum und Werkschutz
Mit dem Ausbau 1953 wurde im Maschinenraum eine Notstromgruppe eingebaut. Diese versorgte nur die wichtigsten Geräte und besteht aus einem Dieselmotor gekuppelt mit einem Generator.
Der Werkschutz umfasst eine bestimmte Zone des Werkes, in der man sich im Kriegsfall ohne Schutzmaske aufhalten konnte. Dabei wurde davon ausgegangen, dass im Schutzbereich immer ein Überdruck herrscht.

Materialseilbahn
Dem Materialtransport diente eine Seilbahn, mit einer Drahtseillänge von 200 m und einer Höhendifferenz von ca. 30 m. Die talseitige Befestigung war auf einer Art Rampe unmittelbar am Waldrand erstellt worden, bergseitig führte die Bahn bis zur Hauptetage. Dort konnte das transportierte Material durch den Fensterstollen in das Werk gebracht werden.

Unterkunft
Einzelzimmer hatten nur der Kommandant und sein Stellvertreter. Durch die Aufgabe als Kommandoposten und Feuerleitstelle waren jedoch entsprechend viele Offiziers- und im Vergleich dazu weniger Mannschafts-Dienstgrade eingeteilt. Der grosse Unterkunftsraum war gleichzeitig als Essraum (Schichtbetrieb) vorgesehen. Es ist nicht unbedingt eine angenehme Vorstellung, dass oben eine Schicht Schlaf suchte und von unten die Essensdünste aufstiegen. Deshalb wurden teilweise die Tische zum Essen in den Korridor gestellt.

Werkplan des KP Heinrich
2011-Werkplan-a