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Website des Festungsvereins Hondrich (Spiez)

Bau der Anlage im Aktivdienst


Der Grund für die Realisierung des KP Heinrich war die Idee, die vielen ungeschützten Artillerie-Beobachtungsposten auf dem Hondrichhügel in einem Felsenwerk zusammenzufassen. Zudem erfolgte die Zentralisierung der Feuerleitung (gleiche Feuerräume nicht nur für die Abteilung, sondern für ganze Artillerie-Gruppen) im KP Heinrich.

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Dispositiv von 1943 mit Hondrich in der Mitte

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Die vier Doppel-Beobachtungsstände

Die Projekte


Zitat aus einem Schreiben des Kommandanten der 3. Division: «Es ist in Aussicht genommen, im Hondrichhügel eine Stollenanlage zu schaffen, mit 2 Eingängen im Steinbruch nördlich des Dorfes Hondrich und 4 Beobachtungsposten am feindseitigen Hang, für die Bedürfnisse des Divisions-Stabes, von 6 schweren Batterien und der Artillerie Beobachtungs-Kompanie 3.»

Im Januar 1941 lag eine schematische Projektskizze vor und im März erfolgte die Budgeteingabe durch den Kommandanten der 3. Division an das 3. Armeekorps. Die ersten Pläne für eine grosse Anlage stammen von Juli 1941. Das Baubüro Thun schrieb das Vorhaben für zwei Plan-Varianten «Vollausbau» und «Reduzierter Ausbau» aus. Diese unterschieden sich vor allem im Ausbau der Infrastruktur, d.h. Unterkunft, Zugänge und Nebenräume.

Ausgeführter Rohbau


Realisiert wurde schliesslich eine mittlere Lösung, abgeleitet aus der reduzierten Variante und ergänzt bei den Unterkunftsräumen auf etwa 2/3 der Variante «Vollausbau». Zudem wurden die Nahverteidigungs-Scharten auf das Niveau der Eingangsstollen gelegt.

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Mittlere Lösung, ausgeführtes Projekt

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Baubeginn bei den Eingängen

Ende September 1941 begann man mit dem Ausbruch der Eingänge links und rechts. Anschliessend wurde der Vortrieb des Fenster-Stollens im Obergeschoss in Angriff genommen. Dazu musste ein Podest mit Gerüst errichtet werden. Das ganze Ausbruchsmaterial wurde mit Rollwagen durch den Fenster-Stollen gefahren und nicht durch die Eingangsstollen abgeführt.

Mit dem Durchschlag des Beobachtungsstandes «D» am 16. Dezember 1941, erblickten die Bauarbeiter auf der Nordseite des Hondrichhügels wieder Tageslicht. Analog wurden die anderen Beobachtungsstände, Nebenstollen, Funkräume, Kabelstollen sowie Büro- und Unterkunftsräume ausgebrochen. Im August, nachdem der Rohbau fertiggestellt war, wurden die Funkräume mit Kalksandsteinen aufgemauert sowie die Dächer mit Betonelementen gedeckt.

Installationen fehlen


Erst 1943 entschied man sich für den Einbau der speziellen Schartentöpfe und eines kleinen Telefon–Raumes. Zudem verschloss man die Anlage durch Blech- und Gittertüren. Die Installationen bestanden nur aus WC- und Waschanlagen mit Lüftung und fliessendem Wasser, einem Telefonzentralen-Raum (ohne Zentrale) und einer einfachen elektrischen Niedervolt-Installation die an Bügeln an der Decke montiert war. Es fehlten immer noch die Einbauten für die Büro-, Unterkunftsräume und den Maschinenraum, die durch die Gunitierung lediglich trocken, aber offen waren.